Einen Waffenschein in Luxemburg beantragen, so gehts!

Einen Waffenschein in Luxemburg beantragen, so gehts!

Posted by GUNSMITH.LU on 12th Jan 2019

Sollten Sie geplant haben einen Waffenschein, jeglicher Art, zu erwerben und als Jäger, Sportschütze oder Waffensammler ein neues Hobby ins Visier zu nehmen, stehen wir mit großer Unterstützung an Ihrer Seite.

Wir informieren Sie gern, welche Voraussetzungen Sie dafür gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen erfüllen müssen und auf welchem Wege dies möglich ist, da die Handhabung, der Besitz und der Verkauf von Feuerwaffen, Munition, Wiederlade-Artikel und Messer im Großherzogtum Luxemburg rechtlich geregelt sind.


Einen Waffenschein beantragen

Für den Erwerb, Besitz oder Gebrauch einer Waffe (im Schießsport, im Jagdbereich sowie für Sammler und Erben) ist eine Befugnis des Justizministeriums zwingend geboten. Die Validität eines Waffenscheines beträgt 5 Jahre, folglich muss zur Verlängerung einen neuen Antrag erstellt werden. Zusätzlich ist darauf hinzuweisen, dass ein Waffenschein oder dessen Antrag jederzeit widerrufen werden kann, wenn die Voraussetzungen, der sichere Umgang einer Waffe oder die öffentliche Sicherheit nicht gewährleistet werden kann.

1. Zielgruppe

Jede in Luxemburg ansässige Person, die eine Feuerwaffe besitzen möchte, hat die Freiheit beim Justizministerium einen Antrag zu stellen. Für den Besitz von Waffen müssen die betreffenden Gründe angeführt werden: Schießsport, Jagd, Sammlung, Erbschaft. Nach Vollendung des 14. Lebensjahr dürfen Minderjährige unteranderem mit Hilfe einer schriftlichen Zustimmung der Eltern (oder Erziehungsberechtigten) einen Sport- oder Jagdwaffenschein beantragen. Ab 16 Jahren kann eine, auf Langwaffen begrenzte, Genehmigung zum Führen von Sportwaffen erteilt werden. Ab 17 Jahren kann Minderjährigen, die einen gültigen Jagdschein besitzen, eine Genehmigung zum Führen von Jagdwaffen erteilt werden. Der Erhalt eines Waffenkaufscheines ist Minderjährige grundsätzlich untersagt.

2. Voraussetzungen

Vorsichtshalber müssen alle Antragssteller ihren Antrag stichhaltig begründen. Diese Begründung darf kein Element beinhalten, das einer Erteilung der beantragten Genehmigung entgegensteht. Die Genehmigung kann verweigert werden, wenn der Antragsteller aufgrund seines Verhaltens, seines Geisteszustands oder seiner Vergangenheit eine Gefahr für sich selbst, für andere oder für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt.

3. Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Jäger können erst nach Erteilung eines Jagdscheins für das laufende Jahr einen Jagdwaffenschein erhalten. Für Sportschützen ist dem Antrag zur Erteilung eines Waffenscheins eine Kopie des Mitgliedsausweises des Schützenvereins (oder Verbandslizenz) für das laufende Jahr beizulegen. Sammler wiederum müssen ihr allgemeines Sammelgebiet angeben und einhalten.

4. Kosten

4.1 Höhe der Gebühren

Für eine Erstausstellung, jegliche Änderung und/oder die Verlängerung eines Waffenscheins ist eine Verwaltungsgebühr (taxe de chancellerie) in Höhe von 50 Euro zu bezahlen. Eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 20 Euro wird für den europäischen Feuerwaffenpass verrechnet.

4.2 Zahlungsmodalitäten

Die Bezahlung der Gebühr erfolgt durch Einzahlung oder Überweisung auf das Postgirokonto LU13 1111 0011 4679 0000 der Domänen-Dienststelle der Einregistrierungs-, Domänen- und Mehrwertsteuerverwaltung. Genauere Angaben sind dem jeweiligen Antragsformular zu entnehmen. Jedem Antrag ist der Einzahlungs- oder Überweisungsbeleg (Lastschriftanzeige) beizufügen.

5. Vorgehensweise und Details

5.1 Antragsbegründung

Die Genehmigung für den Kauf, den Besitz und den Gebrauch von Waffen und Munition erteilt das Justizministerium oder dessen Beauftragter. Inhaber eines gültigen Jagdscheins benötigen für den Kauf und das Führen eines Jagdmessers keine Genehmigung. Inhaber eines Waffenscheins benötigen für den Kauf von Munition keine Genehmigung, wenn diese Munition zu den genehmigten Waffen passt.

5.2 Erster Antrag auf Erteilung eines Waffenscheines

Ein Erstantrag auf Erteilung eines Waffenscheins ist vonnöten, wenn erstmals eine Waffe gekauft wird. Dieser Antrag wird zwecks Überprüfung der Ehrenhaftigkeit an die für den Wohnort des Antragstellers zuständige Polizeidienststelle weitergeleitet. Gegebenenfalls können bei der Generalstaatsanwaltschaft zusätzliche Informationen eingeholt werden.

Diesem Erstantrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

- zwei Passbilder (nicht älter als sechs Monate, Format 35 x 45 mm)
- eine Kopie des Personalausweises
- der Zahlungsnachweis (Lastschriftanzeige)
- Für Jäger eine Kopie des aktuellen Jagdscheins
- Für Sportschützen eine Kopie des aktuellen Mitgliedsausweises des Schützenvereins (oder Verbandslizenz)

5.3 Eintragung einer neuen Waffe

Personen, die bereits einen Waffenschein besitzen und eine zusätzliche Feuerwaffe erwerben oder erhalten (Kauf, Leihgabe, Schenkung usw.), müssen diese zunächst eintragen lassen. Der Eintragungsantrag erfolgt über ein Formular, das Identität und Adresse des Antragstellers, Waffendaten und entsprechenden Gründe der Übernahme, sowie Identität der Verkäufers (oder Verleihers) der Waffe beinhaltet.

Diesem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

- die alte Genehmigung zum Führen bzw. zum Besitz einer Waffe im Original
- der Zahlungsnachweis für die Gebühr (Lastschriftanzeige).

5.4 Gültigkeitsdauer von Waffenscheinen

Die Validität eines Waffenscheines beträgt 5 Jahre, folglich muss zur Verlängerung einen entsprechenden Antrag erstellt werden. Der erteilte Waffenschein kann jedoch frühzeitig jederzeit widerrufen werden.

5.5 Verlängerung des Waffenscheines

Sechs Wochen vor Ablauf der Gültigkeit erhält ein Waffenscheinbesitzer vom Justizministerium automatisch per Post eine Aufforderung, seinen Schein zu verlängern. Die spezifischen Formulare für die entsprechenden Fälle stehen auch online zur Verfügung, falls die ursprüngliche Aufforderung zur Verlängerung nicht mehr auffindbar ist oder die Verlängerung mehr als sechs Wochen vor Ablauf beantragt wird.

Diesem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

- der Zahlungsnachweis (Lastschriftanzeige)
- Für Jäger eine Kopie des aktuellen Jagdscheins
- Für Sportschützen eine Kopie des aktuellen Mitgliedsausweises eines Schützenvereins (oder Verbandslizenz)

6. Waffentransport

Genehmigungspflichtige Waffen müssen beim Transport grundsätzlich entladen und unkenntlich verpackt sein.

7. Ordnungsgemäße Waffenaufbewarhung

Die Waffe muss jederzeit ungeladen, ohne Magazin, separat zur Munition und für unbefugte Dritte unzugänglich aufbewahrt werden. Die Waffe soll in einem Tresor oder einem gesicherten Schrank aufbewahrt werden. Falls diese Möglichkeit nicht besteht, soll die Waffe mit einem separaten Zubehör, wie einem speziellen Schloss versehen werden, welches sicherstellt, dass diese nicht benutzt werden kann. Die Schlüssel des Schrankes oder des Tresores in dem die Waffe aufbewahrt wird zu keinem Zeitpunkt im Schloss lassen und die Schlüssel an einem sicheren Ort aufbewahren. Vor der Wartung oder Manipulation einer Waffe muss erst sichergestellt werden, dass diese nicht geladen ist. Folglich soll die Waffe während der ganzen Zeit der Manipulation in eine sichere Richtung gehalten werden, das Magazin entnommen oder der Lauf geleert werden. Falls die Waffe über mobile Teile verfügt, wie einen Verschluss oder eine Schiene, soll man diese bedienen um sicher zu stellen, dass sich keine Kugel in der Kammer befindet. Die Waffe in eine sichere Richtung orientieren und den Abzug tätigen um zu gewährleisten, dass die Waffe entleert und sicher ist. Falls Ihnen eine Waffe gestohlen wird oder diese verloren geht, melden Sie dies bitte unverzüglich der Polizei und dem Service des Armes beim Justizministerium.

Diese Angaben sind nur als Ratschläge gedacht. Beachten Sie aber bitte, dass jegliches Zuwiderhandeln und die daraus möglicherweise entstehenden Vorfälle oder Unfälle zu einem Entzug Ihres Waffenscheines führen können!